DAS ERSTE RENNEN IN PORTUGAL: DOPPELSIEG FÜR LYNK & CO

2022-07-03T20:06:08+02:00Juli 3rd, 2022|2022, WTCR Race of Portugal 2022|

In einem spannenden ersten Rennen in Portugal fuhren Santiago Urrutia und Yann Ehrlacher auf dem Stadtkurs von Vila Real einen Doppelsieg für Lynk & Co ein.

Santiago Urrutia aus dem Team Cyan Performance Lynk & Co gewann das Rennen von der Poleposition aus. Allerdings verlor der Uruguayer zwischenzeitlich die Führung an Ehrlacher, nachdem er seine Joker-Runde absolviert hatte. Doch das Team intervenierte im Anschluss und wies den amtierenden „König“ des WTCR an, die Position zurückzugeben.

Die beiden Lynk & Co erwischten einen sauberen Start und setzten sich sofort vom Drittplatzierten, Néstor Girolami, ab. Urrutia absolvierte bereits in der dritten Rennrunde seine Joker-Runde, woraufhin Ehrlacher pushte und die Joker-Runde direkt danach konterte – mit Erfolg. Doch kurz darauf bekam er die Anweisung, seinen Lynk-&-Co-Kollegen wieder vorbeizulassen.

Urrutia hatte bereits vor dem Rennen durchblicken lassen, dass es eine „Strategie“ für das Rennen geben würde. „Yann und ich waren schnell genug, das Rennen zu kontrollieren“, sagte Urrutia. „Ich habe vor dem Rennen bereits gesagt, wir haben eine Strategie, der wir folgen werden. Und das hat super funktioniert. Wir haben viele Punkte für die Fahrer- und die Teammeisterschaft geholt. Danke an Cyan, danke an Yann und an alle anderen. Wir haben unseren Job erledigt und sind so in das Ziel gekommen, wie wir gestartet sind – auf eins und zwei. Das freut mich vor allem für das Team.“

Yann Ehrlacher hingen wirkte alles andere als glücklich. „Ich bin ein professioneller Fahrer und befolge die Anweisungen des Teams. Wie gesagt, es gab eine vorher abgesprochene Strategie“, sagte Ehrlacher. „Wir haben die maximale Punktzahl für das Team geholt und genau das war das Ziel. Das haben wir erreicht und konzentrieren uns jetzt auf das zweite Rennen.“

„Aber dennoch war es nicht ganz klar, um ehrlich zu sein“, sagte Ehrlacher über die Strategie. „Wir wollten in der gleichen Reihenfolge in die erste Kurve einbiegen, um eine Kollision, wie wir sie bereits in der Vergangenheit hatten, zu vermeiden. Aber dieses Szenario war nicht abgesprochen. Ich hatte eine gute Pace und bin ein richtiges Rennen gefahren, aber dann kam die Stallorder. Ich muss mich wie ein Profi verhalten und es akzeptieren, ohne etwas zu sagen. Immerhin bin ich ein paar Runden für die Führungsrundenstatistik gefahren, aber mehr konnte ich leider nicht tun. Es fällt mir schwer, auf der Geraden Vollgas zu geben.“

„Es ist ärgerlich, den Sieg auf diese Art und Weise zu verlieren, aber ich freue mich wirklich über die vielen Punkte, die für Cyan geholt haben. Das ist das Wichtigste, auch wichtiger als die Fahrermeisterschaft. Ich hoffe nur, dass es auch dazu beiträgt, dass am Ende des Jahres ein blaues Auto an der Spitze der Meisterschaft steht. Welches ist egal.“

Hinter den Spitzenreitern musste Girolami einiges investieren, um den Hyundai Elantra N TCR von Norbert Michelisz hinter sich zu halten und den Podiumsplatz einzufahren. „Ich bin überglücklich“, sagte Girolami. „Das gesamte Team hat einen fantastischen Job gemacht. Norbi hat am Ende des Rennens das Feld eingebremst, was wir zu Gute gekommen ist. Doch wir müssen noch schneller werden, um um die Meisterschaft kämpfen zu können.“

Michelisz setzte sich im Rennen gegen den Lynk & Co von Ma Quing Hua durch und wurde am Ende Vierter. Rob Huff aus dem Team Zengő Motorsport startete von Platz sieben und beendete das Rennen als Sechster.

Mehdi Bennani aus dem Team Comtoyou Audi Sport stand das ganze Rennen durch den amtierenden, von Goodyear präsentierten #FollowTheLeader, Mikel Azcona, unter Druck, konnte den siebten Platz aber verteidigen, wodurch er das Rennen auf der gleichen Position beendete von der er auch gestartet war.

Zu Beginn des Rennens wurde er vom Honda von Attila Tassi aus dem Team LIQUI MOLY Engstler getroffen. In der gleichen Rechtskurve kam es später auch nochmal zur Berührung mit Thed Björk. Azcona jagte Björk und Bennani, als er in der Schikane zu weit herauskam und zwei Plätze an Tassi und den Lokalmatador, Tiago Monteiro, verlor. Allerdings konnte er den Platz gegen Monteiro wieder gut machen und auch Attila Tassi wurde am Ende, aufgrund einer Fünf-Sekunden-Strafe, hinter ihm gewertet. Für Tassi stand am Ende Platz neun, während Nathanaël Berthon aus dem Team Comtoyou DHL Audi Sport die Top 10 komplettierte.

Tiago Monteiro landete bei seinem Heimspiel auf Platz elf, vor Dániel Nagy (Cupra) und Tom Coronel (Audi). Nachdem er sich bei einer Kollision mit Gilles Magnus in der ersten Runde einen Reifenschaden zugezogen hatte, landete Yvan Muller am Ende nur auf Platz 14. Dennoch konnte er nach einem Reifenwechsel weiterfahren, während Gilles Magnus das Fahrzeug abstellen musste.

Auch Thed Björk schied nach einer Kollision mit Mehdi Bennani aus. Esteban Guerrieri sah aufgrund einer gebrochenen Aufhängung nicht die Ziellinie.

Mit diesem Ergebnis trennen Mikel Aczona und Santiago Urrutia nur noch sechs Punkte. Yann Ehrlacher lauert mit weiteren sechs Punkten Abstand auf Platz 3.

Das zweite Rennen in Portugal startet um 18:15 Uhr deutscher Zeit.