DAS QUALIFYING IN FRANKREICH: GIROLAMI VOR TEAMKOLLEGE GUERRIERI

2022-05-07T19:43:22+02:00Mai 7th, 2022|2022, WTCR Race of France 2022|

Die schnellste Zeit im ersten Qualifyingabschnitt auf dem Circuit de Pau-Ville ging an Mikel Azcona. Doch leider musste das Qualifying anschließend aufgrund eines schweren Unfalls von Thed Björk aus dem Team Cyan Performance Lynk & Co in Q2 unterbrochen werden.

Néstor Girolami sichert sich nach einem ereignisreichen Qualifying auf dem Circuit de Pau-Ville die erste Poleposition des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR) vor seinem Teamkollegen Esteban Guerrieri.

Girolami setzte sich im Q3-Shootout gegen sein fünf Kontrahenten durch und fuhr die schnellste Zeit. Das Qualifying musste nach einem schweren Unfall von Thed Björk zwischenzeitlich unterbrochen werden. Zum Glück blieb der Schwede aus dem Team Cyan Performance Lynk & Co unverletzt.

Zum Zeitpunkt des Abbruches war Mikel Azcona aus dem BRC Hyundai N Squadra Corse der schnellste Mann auf der Strecke. Dicht gefolgt von Néstor Girolami, Gilles Magnus (Audi), Esteban Guerrieri (Honda) und Ma Qing Hua (Lynk & Co). In Q1 qualifizieren sich die schnellsten zwölf Fahrer für das Q2, während die langsamsten Sechs ausscheiden. Der Erste, der den Einzug in die nächste Runde verpasste, war Rob Huff aus dem Team Zengő Motorsport. Ihm fehlten 0,063 Sekunden auf Santiago Urrutia, der als Zwölfter geradeso eine Runde weiterkam, was angesichts der beiden Freien Trainings, in denen Urrutia der Schnellste war, verwunderlich ist.

Für den amtierenden „König“ des WTCR, Yann Ehrlacher, war es ebenfalls keine einfache Session. Nachdem er mit seinem Lynk & Co in eine Leitplanke geknallt war und einen Schaden erlitten hatte, zeigte er sich sichtlich erleichtert, dass er es ins Q2 geschafft hat. „Ich muss mich bei meinen Jungs entschuldigen, aber wenn man am Limit fährt, kann so etwas passieren. Hier gibt es keinen Platz für Fehler.“

Neben Rob Huff verpassten auch Mehdi Bennani auf Platz 14 (Audi), Tiago Monteiro (Honda), Tom Coronel, der im Training einen Reifenschaden erlitten hat, Dániel Nagy (CUPRA) und Wildcard-Fahrer Éric Cayrolle (Audi) den Sprung ins Q2.

Q2 musste nach 15 Minuten unterbrochen werden. Thed Björk touchierte in Kurve 12 die Mauer, verlor die Kontrolle und schlug heftig in der gegenüberliegenden Leitplanke ein. Das Auto verursachte mit der vorderen linken Seite ein gewaltiges Loch in der Streckenbegrenzung und wurde anschließend wieder mitten auf die Strecke geschleudert.

Ma kam als erster an der Unfallstelle vorbei und war erleichtert, dass er einen Unfall vermeiden konnte. „Es war eine kritische Situation“, sagte er. „Als ich die gelbe Flagge sah, verlangsamte ich ein wenig, aber Theds Auto stand am Ausgang einer nicht einsehbaren Kurve und ich konnte ihn überhaupt nicht sehen. Es war reines Glück, dass ich an ihm vorbeigekommen bin, aber ich habe dennoch einige Schäden am Auto.“

„Es war ein heftiger Einschlag“, sagte Björk. „Wir geben auf der Strecke unser Bestes, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass wir in der Mauer landen könnten. Ich habe das wirklich nicht erwartet. Sobald man auch nur einen kleinen Fehler macht, bestraft dich die Strecke dafür. Aber es geht mir Gott sei Dank gut. Dennoch bin ich verärgert. Ich wollte die Punkte und auch eine gute Ausganslage für die Rennen. Es tut mir leid für das Team, aber ich bin froh, dass es mir gut geht. Jetzt muss ich halt zurückschlagen. So etwas passiert manchmal, aber meine Liebe zu Stadtkursen ist ungebrochen.“

Das erste Ausrufezeichen im Qualifying setzte Guerrieri mit einer 1:19.85 Minuten – er war damit der erste Fahrer, der unter 1:20 Minuten blieb. Nathanaël Berthon qualifizierte sich mit einer tollen Runde auf dem zweiten Platz für das Q3-Shootout. Girolami, Muller und Ma folgten ihm.

Mit Platz sechs verpasste ein frustrierter Yann Ehrlacher das Q3 äußerst knapp. Ähnlich enttäuscht war Santiago Urrutia, der Achter geworden ist. Die Top 10 komplettierten Attila Tassi und Norbert Michelisz. Dank der Reverse-Grid-Regelung darf Michelisz morgen im zweiten Rennen von der Pole starten. Dabei beschädigte der Ungar sogar seinen Hyundai, als er in Kurve 2 die Leitplanke traf. Mit einer abgeklebten Karosserie schickte ihn sein Team wieder auf die Strecke, wodurch er die Reverse-Grid-Pole erben konnte.

Guerrieri entschied sich dazu, als erster seine schnelle Runde im Q3-Shootout zu fahren. Doch mit einer 1:19.937 Minuten war er ein wenig langsamer als in Q2. Sein Teamkollege Girolami war als nächster an der Reihe. Er war schneller im ersten und langsamer im zweiten Sektor, doch er knackte die Zeit von Guerreri um 0,154 Sekunden.

Ma war der Dritte im Bunde. In seinem ersten Qualifying nach seiner WTCR-Rückkehr zeigte er eine beeindruckende Leistung im Lynk & Co, allerdings war er nicht wirklich eine Bedrohung für die Honda. Ihm fehlten 0,964 Sekunden auf Girolami.

Lokalmatador Yvan Muller ging als nächstes auf die Strecke. Er war schneller als Ma, doch langsamer als die Honda. Der Abstand zu Girolami betrug 0,578 Sekunden. Nun blieb nur noch Berthon im Kampf um die Pole übrig. Der Audi-Pilot gab sein Bestes, landete letztendlich aber hinter Muller auf Platz vier mit einem Abstand von 0,846 Sekunden.

Damit stand das Ergebnis fest. Girolami startet in Rennen 1 von der Pole, gefolgt von Guerrieri, Muller, Berthon und Ma.

„Ich möchte dem gesamten Team gratulieren, sie haben einen fantastischen Job gemacht. Vielleicht waren wir sogar zu schnell! Mal sehen, wie wir uns beim nächsten Rennen mit 40 Kilogramm Zusatzgewicht schlagen werden“, freute sich Girolami. „Aber ich freue mich auch für Esteban. Seine Runde in Q2 war klasse. Wir haben einfach alles zusammengebracht, das Auto war bereits in den Freien Trainings fantastisch. Ich wusste, die Temperaturen würden in Q3 sinken, wodurch auch die Rundenzeit langsamer werden würde. Also bin ich noch aggressiver gefahren. Das Auto war dadurch auf der Vorderachse schwieriger zu kontrollieren, aber es hat mir zwei Zehntel gebracht. Ich freue mich, die erste Pole der Saison eingefahren zu haben. Aber wir müssen weiterhin clever bleiben. Auf einem Stadtkurs können viele Dinge passieren. Nichtsdestotrotz bin ich glücklich und ich habe Vertrauen in das Auto.“

Das erste Rennen in Frankreich startet morgen um 13:10 Uhr. Rennen 2 folgt um 17:10 Uhr.