EIN INTERVIEW MIT WTCR-CHAMPION YANN EHRLACHER

2021-11-28T15:00:07+01:00November 28th, 2021|2021, WTCR VTB Race of Russia 2021|

Nach dem Rennwochenende in Russland ist Yann Ehrlacher zum zweiten Mal in Folge der „König“ des WTCR (Vorbehalten der Bestätigung durch die FIA). Nach seinem zweiten Titelgewinn im FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) hatte er folgendes zu sagen.

Sie sind immer sehr ruhig und gelassen und Sie sagen stets, dass Sie nie an den Titel denken. Aber ist das überhaupt möglich?

„Es ist eine Halbwahrheit. Ich möchte zuerst den beiden Herren neben mir und Fredrik [Wahlén] gratulieren. Hinter uns stehen jede Menge Jungs und Mädels, die uns zu Höchstleistungen antreiben. Es beflügelt uns unheimlich, zu sehen, wie viel Arbeit sie investieren, um uns das bestmögliche Paket zur Verfügung zu stellen. Heute Abend werden wir feiern und morgen werden wir uns ausruhen. Ab Dienstag rückt unser Fokus dann auf die Saison 2022. Das ist der Grund, warum dieses Team so gut ist. Wir alle leben für den Sport. Für einen Fahrer gibt es nichts Schöneres, als so von seinem Team gepusht zu werden. Ich möchte mich auch bei den Werkstätten in Schweden und China bedanken, die uns das ganze Jahr über sehr unterstützt haben. Jetzt habe ich ihre eigentliche Frage vergessen. Könnten Sie sich noch einmal stellen? Nein, ich erinnere mich. Es ist halbwegs wahr, dass ich nicht an die Meisterschaft denke. Wenn die Saison schon etwas vorangeschritten ist und man den gelben Streifen am Auto hat, dann sagt man sich schon, dass es schön wäre, die Führung ins Ziel zu bekommen. Dabei darf man nicht vergessen, dass ich noch recht unerfahren bin. Ich habe zwar bereits mit acht Jahren mit dem Rennsport begonnen, aber das ist immer noch weniger Erfahrung als die anderen Fahrer haben. Man merkt, dass es besser ist, jedes Rennen einzeln anzugehen und zu versuchen das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Dann gerät man nicht so unter Druck.“

Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich im Vergleich zum letzten Jahr mental weiterentwickelt haben? Können Sie bei sich selbst eine Entwicklung in den letzten Jahren ausmachen?

„Ja, als ich in die Meisterschaft eingestiegen bin, war ich etwas jünger, hatte weniger Erfahrung und ich war auch nicht so gut wie jetzt. Je mehr Erfahrung man sammelt, desto geradliniger wird man im Kopf. Deswegen habe ich im Vergleich zum letzten Jahr nochmal einen Schritt nach vorne gemacht, denn in der vergangenen Saison habe ich meinen ersten Titel gewonnen. Danach weiß man, was man tun muss, um am Ende wieder hier zu stehen. Dennoch habe ich mich mental am stärksten verbessert. Denn auf diesem Niveau können wir alle schnell fahren. Es geht am Ende darum, wie man mit dem Druck während der Saison umgeht. Ich habe das Gefühl, dass es dieses Jahr sogar schwieriger war als in der vergangenen Saison. Deswegen bin mir sicher, dass ich dadurch noch stärker geworden bin.“

Yann, wie werden Sie heute feiern?

„Um ehrlich zu sein, weiß ich das nicht. Wir werden sicherlich eine schöne Nacht haben. Allerdings beginnt am nächsten Wochenende mit dem Eisfahren meine zweite Saison. Ich habe also keine große Pause und werde mich ab morgen darauf konzentrieren. Dennoch werde ich heute Abend mit dem Team feiern. Dabei wird sicherlich eine Menge Druck von unseren Schultern fallen. Aber ab morgen werden ich mich auf mein nächstes Ziel konzentrieren.“