RENNVORSCHAU: DER WTCR BEREITET SICH AUF DIE SCHWIERIGSTE STRECKE DES JAHRES VOR – DIE NÜRBURGRING-NORDSCHLEIFE

2022-05-20T18:00:01+02:00Mai 20th, 2022|2022, WTCR Race of Germany 2022|

Drei Wochen nach dem Saisonstart des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR) auf dem legendären Stadtkurs von Pau erwartet die Fahrer die nächste Herkulesaufgabe: Das Rennwochenende auf der Nordschleife des Nürburgringes.

Vom 26. bis 28. Mai müssen die Fahrer und Teams des WTCR die 25,378 Kilometer lange Runde, die einer Achterbahnfahrt gleicht, überstehen. Es ist der ultimative Test für Mensch und Maschine, denn auf der 2860 Meter langen Gerade und wegen des unvorhersehbaren Wetters in der Eifel kann jederzeit alles passieren.

Keine Strecke verursacht so viel Nervenkitzel, weswegen es auch nicht verwunderlich ist, dass die Nordschleife seit der ersten WTCR-Saison 2018 Teil des Rennkalenders ist. In diesem Jahr bestreitet die Königsklasse des Tourenwagensportes hier ihr zweites Rennwochenende.

Nach der Poleposition und dem Sieg im ersten Rennen in Frankreich ist Néstor Girolami der amtierende, von Goodyear präsentierte #FollowTheLeader. Doch der Argentinier aus dem Team ALL-INKL.COM Münnich Motorsport geht auch als Favorit in das zweite Rennwochenende der Saison, denn er hält den WTCR-Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife.

Der 32-jährige führt nach zwei ereignisreichen Rennen in Pau die Meisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung an. Vor dem Rennwochenende in Deutschland hat er nun erklärt, wieso er auf der Nordschleife so gut zurechtkommt.

„Ich fahre gerne auf dieser Strecke, denn sie verlangt den Fahrern alles ab“, sagte der in Italien lebende Girolami. „Ich würde nicht behaupten, ich hätte übermäßig viel Erfahrung auf diese Strecke, aber ich fühle mich tatsächlich sehr wohl. Hier komme ich stets in den Flow und das gibt mir das nötige Selbstvertrauen, was auf der Nordschleife sehr wichtig ist, wenn man eine gute Rundenzeit erzielen. Gleichzeitig habe ich bisher immer das nötige Vertrauen in das Auto gehabt, wodurch ich stets in der Lage war, hier um die Poleposition zu kämpfen.“

Mit Juan Manuel Fangio (1954, 1956 und 1957) und Carlos Reutemann (1975) haben zwei Landsleute von Girolami den Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife gewonnen. Seitdem hat die Strecke bei den Argentiniern eine besondere Bedeutung.

„Hier zu fahren, ist etwas ganz Besonderes, wenn man weiß, dass diese beiden Legenden hier gewonnen haben. Dabei darf man aber auch nicht Torino [1969] vergessen“, sagte Girolami. „Als Esteban und ich 2020 gemeinsam auf der Poleposition standen, war das für die Leute in Argentinien ein besonderer Moment, weil sie sich an den Sieg von Torino erinnert fühlten. Dieser Sieg hat in Argentinien Motorsportgeschichte geschrieben, weswegen die Argentinier immer genau verfolgen, was auf der Nordschleife passiert und es macht mich unglaublich stolz, mein Heimatland in der Grünen Hölle zu vertreten.“

Obwohl Girolami mit einer 8:51.802 Minuten den WTCR-Rundenrekord auf der Nordschleife hält, blieb ihn der Rennsieg in der Grünen Hölle bislang verwehrt. Doch sein Teamkollege und Landsmann, Esteban Guerreri, konnte schon zwei Siege auf der Nordschleife feiern. Dabei gelang ihm 2020 eines der beeindruckendsten Überholmanöver in der WTCR-Geschichte, als er Yvan Muller auf nasser Fahrbahn auf der Außenbahn in der Aremberg-Kurve überholte.

Doch auch das deutsche Team LIQUI MOLY Engstler kann schon auf einen Heimsieg zurückblicken. Im vergangenen Jahr feierte man im zweiten Rennen mit Jean-Karl Vernay und Luca Engstler sogar einen Doppelsieg. Mit Tiago Monteiro hat man aber auch in diesem Jahr einen Nordschleifen-Sieger in den eigenen Reihen. Dieser gewann das erste Rennen 2021.

Die Lynk-Co-Fahrer Thed Björk, Yvan Muller, Hyundai-Pilot Norbert Michelisz und auch der amtierende „König“ des WTCR Yann Ehrlacher haben ebenfalls schon auf der Nordschleife triumphiert.

In diese Riege möchte auch der Spanier Mikel Azcona stoßen. Er reist mit einem Hochgefühl nach Deutschland, nachdem er das zweite Rennen in Pau gewonnen hat. Der Chinese Ma Qing Hua und der Uruguayer Santiago Urrutia standen mit ihm auf dem Podium.

 

HUFF FÜHRT DIE WTCR-TROPHY-MEISTERSCHAFT AN

Nach zwei Rennen führt der Tourenwagen-Weltmeister von 2012, Rob Huff, die WTCR-Trophy-Meisterschaft an, in der nur die Ergebnisse von Fahrern einfließen, die ohne die finanzielle Unterstützung eines Herstellers im WTCR antreten. Diese Meisterschaft wurde 2020 eingeführt und wurde bisher von Jean-Karl Vernay und Gilles Magnus gewonnen. Beim Rennwochenende in Pau waren Mehdi Bennani in Rennen 1 und Rob Huff in Rennen 2 die bestplatzierten WTCR-Trophy-Fahrer. HIER klicken für die vollständige Meisterschaftswertung der WTCR-Trophy.

TOM CORONEL BACKT IN DIESEM JAHR KLEINERE BRÖTCHEN

Tom Coronel hat bestätigt, dass er sich in diesem Jahr voll und ganz auf den WTCR konzentrieren möchte und deshalb nicht an den von TotalEnergies präsentierten 24 Stunden auf dem Nürburgring teilnehmen wird, die im Anschluss an das WTCR-Rennwochenende in Deutschland beginnen. Doch in diesem Jahr kollidiert das Tag-Nacht-Rennen mit seiner Expertentätigkeit beim niederländischen Fernsehen während des Formel-1-Grand-Prix in Monaco.

DAS WICHTIGSTE ZUM WTCR-RENNWOCHENENDE IN DEUTSCHLAND

Rennen: 3 und 4 von 20

Termin: 26. bis 28. Mai

Austragungsort: Nürburgring Nordschleife

Ort: Otto-Flimm-Straße, 53520 Nürburg, Deutschland

Streckenlänge: 25,378 Kilometer

Renndauer Rennen 1: 3 Runden (76,134 Kilometer)

Renndauer Rennen 2: 3 Runden (76,134 Kilometer)

WTCR-Rundenrekord im Qualifying: Néstor Girolami (Honda Civic Type R TCR)

8:51.802 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit 171.2 km/h, aufgestellt am 24.09.2020

WTCR-Rundenrekord im Rennen: Jean-Karl Vernay (Hyundai Elantra N TCR)

8:53.608 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit 171, 2 km/h, aufgestellt am 05.06.2021

Zeitplan:

Donnerstag, 26. Mai:

14:30-15:10 Uhr: 1. Freies Training (Live auf Facebook, YouTube, Eurosport Player)

19:00-19:40 Uhr: 2. Freies Training (Live auf Facebook, YouTube, Eurosport Player)

Freitag, 27. Mai:

13:00-13:40 Uhr: Qualifying (Live im Eurosport Player und bei Sendern aus aller Welt)*

Samstag, 28. Mai:

10:00 Uhr: Start Rennen 1 (3 Runden, 76,134 km) Live im Eurosport Player und bei Sendern aus aller Welt

Gegen 10:40 Uhr: Podiumsfeier Rennen 1

12:35 Uhr: Start Rennen 2 (3 Runden, 76,134 km) Live auf dem Eurosport Player und bei Sendern aus aller Welt

Gegen 13:15 Uhr: Podiumsfeier Rennen 2

*Kommentar-Feed auf FIAWTCR.com verfügbar, vollständige Übertragungsdetails ab nächster Woche HIER

DER ABLAUF DES RENNWOCHENEDES IN DEUTSCHLAND

Aufgrund der 25,378 Kilometer langen Runde auf der Nürburgring-Nordschleife bleibt keine Zeit für das normale dreiteilige Qualifying-Format des WTCR. Stattdessen ist eine 40-minütige Session angesetzt, in der die schnellsten fünf Fahrer Punkte nach folgender Skala erhalten: 10-8-6-4-2

Die Startaufstellung des ersten Rennens ergibt sich aus den Qualifyingergebnissen. Die Top 7 des Rennens erhalten mehr Punkte als vorher, wobei die Punkte wie folgt vergeben werden: Platz 1 = 30 Punkte; Platz 2 = 23; Platz 3 = 19; Platz 4 = 16; Platz 5 = 14; Platz 6 = 12; Platz 7 = 10; Platz 8 = 8; Platz 9 = 7; Platz 10 = 6; Platz 11 = 5; Platz 12 = 4; Platz 13 = 3; Platz 14 = 2; Platz 15 = 1.

Das zweite Rennen startet mit einem Reversed-Grid. Das heißt, der Fahrer, der Rennen 1 auf Platz zehn beendet hat, startet von der Polepositon, während der Neunte von Rang zwei ins Rennen geht. Ab Platz elf richtet sich die Startaufstellung nach den Qualifyingergebnissen. Die Punkte in Rennen 2 werden wie folgt vergeben: Platz 1 = 25 Punkte; Platz 2 = 20; Platz 3 = 16; Platz 4 = 13; Platz 5 = 11; Platz 6 = 10; Platz 7 = 9; Platz 8 = 8; Platz 9 = 7; Platz 10 = 6; Platz 11 = 5; Platz 12 = 4; Platz 13 = 3; Platz 14 = 2; Platz 15 = 1.

 

 

WUSSTEN SIE SCHON?

 

*Die Rennlänge im WTCR wurde 2022 angepasst: Normalerweise hat das erste Rennen eine Dauer von 30 Minuten + 1 Runde und das zweite Rennen eine Dauer von 25 Minuten + 1 Runde. Aufgrund der Streckenlänge von 25,378 Kilometern beträgt die Renndauer beim Rennwochenende in Deutschland in beiden Rennen nur drei Runden.

*Kein Fahrer hat mehr Rennsiege im WTCR vorzuweisen als Esteban Guerrieri. Insgesamt zehn Rennen entschied der Fahrer aus dem Team ALL-INKL.COM Münnich Motorsport für sich.

* In der Saison 2021 gab es zwölf verschiedene Rennsieger und jede der fünf Kundensportmarken konnte mindestens ein Rennen für sich entscheiden.

*Yann Ehrlacher ist der bisher einzige Doppelchampion des WTCR. Sein Onkel Yvan Muller hingen ist viermaliger Tourenwagenweltmeister.

*Der Honda Civic Type R Limited Edition ist das dritte Jahr in Folge das offizielle Safety-Car des