Rennvorschau: Heimische Piloten in Ungarn hungrig auf WTCR Erfolge

2019-04-19T09:00:27+02:00April 19th, 2019|2019, WTCR Race of Hungary 2019|

Eines der besten Starterfelder in der Geschichte des internationalen Tourenwagensports kämpft in der nächsten Woche (26. bis 28 April) bei den WTCR Rennen von Ungarn auf dem Hungaroring um Erfolge.

Die WTCR Rennen von Ungarn, das zweite Rennwochenende des von OSCARO präsentierten FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR 2019, versprechen heiße Action und viele Zuschauer. Auf dem Nahe der Hauptstadt Budapest gelegenen, 4,381 Kilometer langen Hungaroring, werden Nationalheld Norbert Michelisz und Nachwuchsstar Attila Tassi die ungarischen Farben vertreten.

Michelisz, 2017 Vize-Meister der FIA Tourenwagen-WM, weiß was es bedeutet, in der Heimat zu gewinnen. 2012 und 2015 triumphierte er bei den WTCC Rennen. Nach einem schwierigen Start in die WTCR / OSCARO Saison Anfang des Monats in Marokko, hofft er auf bessere Tage bei seiner Rückkehr in die Heimat. “Es war ein sehr schwieriges Wochenende”, sagt der BRC Hyundai N Squadra Corsa Fahrer. “Platz 15 im Qualifying für die Rennen 2 und 3 war nicht ideal, vor allem auf einem Stadtkurs, auf dem das Überholen schwierig ist. Dennoch habe ich eine solide Leistung gezeigt und wichtige Punkte gewonnen. In Ungarn will ich es besser machen. Es wird zwar schwierig werden, ein Rennen zu gewinnen, aber ich gebe nie auf.”

Der von Honda Racing unterstützte 19-Jährige Tassi muss sich noch an den knallharten WTCR gewöhnen. Da der KCMG Pilot aber schon seit seinem 12. Lebensjahr Rennen auf dem Hungaroring bestreitet, kennt er den Kurs wie seine Westentasche. “Alle ungarischen Fahrer werden auf dieser Strecke groß. Vor allem meine Generation, denn wir sind fast jedes Wochenende hier gefahren”, sagt Tassi. “Vergangenes Jahr war ich dort als Wildcard-Fahrer im WTCR nicht wirklich gut, aber vor zwei Jahren in der TCR International hatte ich dort das beste Wochenende meiner Karriere. Ich wollte ein Rennen gewinnen, aber am Ende waren es zwei Siege. Das war unglaublich und ein echt gutes Gefühl.”

Dürfen wir vorstellen? Der #WTCR2019SUPERGRID
Der #WTCR2019SUPERGRID feiert die Tatsache, dass sieben WTCR / OSCARO Fahrer 14 FIA WM-Titel und 29 weitere wichtige Meisterschaften gewonnen haben. Gabriele Tarquini, der das Projekt Titelverteidigung mit einem Sieg in Rennen 2 in Marrakesch startete, führt die Liste an. Jetzt mit der Startnummer 1 auf seinem BRC Hyundai N Squadra Corse i30 N TCR, brach Tarquini vor zwölf Monaten die Herzen der Ungarn, als er Norbert Michelisz in Rennen 3 im Kampf um den Sieg schlug.

Nachdem er sich im vergangenen November in Macau im Siebenkampf um die erste Meisterschaft im drei Punkte geschlagen geben musste, ist der viermalige Weltmeister Yvan Muller in einem von Geely Group Motorsport aus China entwickelten Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR. Er hat viermal in Ungarn gewonnen, ist aber aufgrund seiner öffentlich ausgetragenen Rivalität zu Michelisz bei den heimischen Fans nicht sonderlich beliebt.

Thed Bjrök, der auf der Jagd nach seinem zweiten FIA-Titel ist, fährt bei Cyan an der Seite von Muller. Nach seinem historischen Sieg für Lynk & Co in Marokko kommt er bester Stimmung nach Ungarn.

Rob Huff (SLR VW Motorsport Golf GTI TCR), der FIA Tourenwagen-Weltmeister von 2012, it einer der 12 von 15 Rennsiegern 2018, die 2019 wieder am Start sind. Den ersten seiner beiden Siege feierte er im vergangenen Jahr am Hungaroring. Augusto Farfus, Ex-Rallycross-Ass Johan Kristoffersson und Andy Priaulx sind 2019 hingegen neu im WTCR.

Esteban Guerrieri (ALL-INKL.COM Münnich Motorsport Honda Civic Type R TCR) gewann das letzte Rennen der Saison 2018 in Macau und das erste Rennen des Jahres 2019 in Marokko. In Macau feierte Frédéric Vervisch seinen ersten Sieg in der Serie. Wie das Leopard Racing Team Audi Sport Duo Gordon Shedden und Jean-Karl Vernay fährt auch der Belgier von Comtoyou Racing in dieser Saison erneut einen Audi RS 3 LMS und stand bei Rennen 3 in Marokko auf der DHL Pole-Position.

Neben all diesen Legenden und Spezialisten wollen einige aufregende Talente das Feld aufmischen. Zu ihnen gehört Mikel Azcona, der als Meister der TCR Europe in den WTCR aufgestiegen ist. Attila Tassi, in den vergangenen Saison einer seiner ärgsten Rivalen, wird bei seinem Heimrennen der jüngste Fahrer im Feld sein. Wenn die Trainings am 27. April beginnen, wird er 19 Jahre, 10 Monate und 13 Tage als sein.

Kevin Ceccon und Yann Ehrlacher haben beide schon im WTCR gewonnen, sind aber auch erst 25 beziehungsweise 22 Jahre alt. Zu den nachstrebenden Talenten zählt auch Aurélien Panis, der 2019 zu Comtoyou Team DHL CUPRA Racing gewechselt ist.

Der niederländische Showman Tom Coronel ist Partner von Panis, während Daniel Haglöf aus Schweden neben Mikel Azcona die von ihm mitbegründete Firma PWR Racing vertritt. Beide fahren CUPRA TCRs und beeindruckten in Marokko.

Nicky Catsburg (BRC Hyundai N LUKOIL Racing Team) ist 2019 neu im WTCR, hat aber bereits in der Tourenwagen-WM gewonnen. Néstor Girolami von ALL-INKL.COM Münnich Motorsport ist ein weiterer WTCC-Rennsieger, der 2019 neu im WTCR ist. Benjamin Leuchter empfahl sich mit starken Leistungen in der TCR Germany und spielte bei der Entwicklung des Volkswagen Golf GTI TCR eine entscheidende Rolle. Qing-Hua Ma, der mit einem Team Mulsanne Alfa Romeo Giulietta, hat auch schon in der WTCC gewonnen und war im vergangenen Jahr der erste chinesische Fahrer, der im WTCC Punkte gewann.

Tiago Monteiro startet in seiner erste volle Rennsaison, nachdem ihn eine schwere Kopf und Nacken-Verletzung 2017 um den sicher geglaubten WTCC Titel gebracht hat. Der Portugiese, der in der Formel 1 auf dem Podium stand, fährt einen Honda Civic Type R TCR des Teams KCMG aus Hongkong.

Alles, was Sie über die WTCR Rennen von Ungarn wissen müssen

DIE HERAUSFORDERUNG

Auf dem weniger als 20 Kilometer nordöstlich von Ungarn gelegenen Hungaroring fand 1986 der erste Formel-1-Grand-Prix hinter dem Eisernen Vorhang statt. Seitdem immer ein Teil des Formel-1-Kalenders, wurde der Hungaroring aber auch eine beliebte Strecke für Tourenwagen-Rennen. Vor allem seit dem Aufstieg von Lokalmatador Norbert Michelisz und besonders seit seinem Start-Ziel-Sieg im Jahr 2015. 2016 neu asphaltiert und mit neuen Randsteinen versehen, bietet die Strecke eine Abfolge von schnellen Kurven und engen Ecken. Durch die Lage in einem Tal geht es zunächst bergab und dann hin zur schnellen Kurve 4 wieder bergauf.

DIE WESENTLICHEN FAKTEN
Rennen: 4-6
Renstrecke: Hungaroring
Datum: 26.-28. April
Adresse: 2146 Mogyoród, Versenypálya 0222/2/3/6, Hungary
Länge: 4.381 Kilometer
Zeitzone: GMT +2 Stunden
Nächster Flughafen: Budapest (42 Kilometer)
Übernachtungen: Budapest
Distanz Rennen 1: 12 Runden (52,572 Kilometer)
Distanz Rennen 2: 12 Runden (52,572 Kilometer)
Distanz Rennen 2: 12 Runden (65,715 Kilometer)
WTCR Qualifying-Rekord: Norbert Michelisz (Hyundai i30 N TCR) 1:52.176 Minuten (140,50 km/h), 28.04.18
WTCR Rundenrekord: Yann Ehrlacher (Honda Civic Type R TCR) 1:54.129 Minuten (138,10 km/h), 29.04.18

Vorläufiger Zeitplan:
Freitag, 26. April: 17:00-17:45 Uhr: Erstes Freies Training
Samstag, 27. April: 09:45-10:15 Uhr: Zweites Freies Training, 11:45-12:15 Uhr: Erstes Qualifying, 15:15 Uhr: Rennen 1 (12 Runden), 15:50 Uhr: Siegerehrung Rennen 1
Sonntag, 28. April: 10:00-10:20 Uhr: Zweites Qualifying Q2, 10:25-10:35 Uhr: Zweites Qualifying Q2, 10:40 Uhr: Zweites Qualifying Q3, 15:30 Uhr: Rennen 2 (12 Runden), 16:05 Uhr: Siegerehrung Rennen 2, 17:00 Uhr: Rennen 3 (15 Runden), 17:45 Uhr: Siegerehrung Rennen 3

RÜCKBLICK WTCR RENNEN VON UNGARN 2018

Das Wochenende in Kurzform
*Tarquini behält mit Sieg gegen Lokalmatador Michelisz in Lauf 3 im Titelrennen die Nase vorne *Cooler Huff hält im spannenden Rennen zwei den lokalen Wildcard-Starter Nagy auf Distanz *Ehrlacher gewinnt Rennen 1 und ist mit 22 bisher der jüngste WTCR Rennsieger *Vier Marken haben nun im WTCR gewonnen

Wochenend-Bericht:
Gabriele Tarquini holte drei WTCR OSCARO Siege bei sechs Starts, nachdem Yann Ehrlacher und Rob Huff ihre ersten Saisonsiege auf dem Hungaroring (28. bis 29. April) erzielt hatten. Ehrlacher, der Neffe des viermaligen Tourenwagen-Weltmeisters Yvan Muller, profitierte von einigen frühen Scharmützeln, um in zwei Kurven von Platz fünf auf Platz eins zu klettern und das Rennen 1 für ALL-INKL.COM Münnich Motorsport zu gewinnen. Esteban Guerrieri sorgte für einen Doppelsieg der deutschen Mannschaft, Norbert Michelisz stand bei seinem Heimrennen als Dritter auf dem Podium. Nachdem Michelisz im ersten Rennen seine Pole nicht in einen Sieg umwandeln konnte, hatte er im dritten Rennen einen weiteren Versuch. Doch Tarquini kam beim Start besser weg und ging an Michelisz vorbei. Der folgte ihm zwar über die gesamte Renndistanz, kam aber nie in eine Angriffsposition – sehr zur Enttäuschung der Tausenden von Heimfans. Yvan Muller wurde wie schon im zweiten Rennen Dritter. Dort kam er hinter Rennsieger Rob Huff und dem ungarischen Wildcard-Piloten Dániel Nagy ins Ziel. Audi Pilot Jean-Karl Vernay sammelte in allen drei Rennen Punkte, war aber enttäuscht, nicht näher an der Spitze zu sein. Auch Thed Björk war mit seinem Yvan-Muller-Racing Hyundai nicht gut in Form.

Worte des Siegers: “Ich wusste, dass [mein Onkel Yvan Muller] den Rekord für Siege und Poles auf dem Hungaroring hält”, sagt Ehrlacher. “Es ist ein tolles Gefühl, zusammen mit ihm in der gleichen Startaufstellung und nun sogar auf der Siegerliste in Ungarn zu stehen. Glückwunsch auch an Esteban und Norbi, aber ich freue mich, das zusammen mit Yvan zu erleben.”

Ergebnisübersicht:
DHL Pole-Position Rennen 1: Norbert Michelisz (HUN) Hyundai i30 N TCR
Sieger Rennen 1: Yann Ehrlacher (FRA) Honda Civic Type R TCR
Schnellste Runde Rennen 1: Esteban Guerrieri (ARG) Honda Civic Type R TCR
DHL Pole-Position Rennen 2: Rob Huff (GBR) Volkswagen Polo GTI TCR
Sieger Rennen 2: Rob Huff (GBR) Volkswagen Polo GTI TCR
Schnellste Runde Rennen 2: Dániel Nagy (HUN) Hyundai i30 N TCR
DHL Pole-Position Rennen 3: Norbert Michelisz (HUN) Hyundai i30 N TCR
Sieger Rennen 3: Gabriele Tarquini (ITA) Hyundai i30 N TCR
Schnellste Runde Rennen 3: Yann Ehrlacher (FRA) Honda Civic Type R TCR
TAG Heuer Best Lap Trophy: Yann Ehrlacher (FRA) Honda Civic Type R TCR
TAG Heuer Most Valuable Driver: Gabriele Tarquini (ITA) Hyundai i30 N TCR