RENNVORSCHAU PORTUGAL: DER WTCR WIRD IN VILA REAL 100 RENNEN ALT

2022-06-29T06:00:18+02:00Juni 29th, 2022|2022, WTCR Race of Portugal 2022|

Der FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) wird an diesem Wochenende zum ersten Mal seit drei Jahren nach Vila Real zurückkehren. Damals gewann Lokalmatador Tiago Monteiro – ein Kunststück, das er in dieser Saison wiederholen möchte.

Kaum hat sich Rauch des Rennwochenendes von Spanien auf dem Motorland Aragon gelegt, zieht der WTCR weiter nach Westen. Dort wartet eine wahre Kultrennstrecke, die aufgrund der COVID-19-Pandemie seit 2019 nicht mehr Teil des Rennkalenders gewesen ist.

Doch endlich ist es wieder soweit. Vom 01. bis 03. Juli wird der WTCR auf der anspruchsvollen Strecke von Vila Real sein 100. Rennwochenende bestreiten. Wieder mit dabei sind die sogenannten Joker-Runden, die zum ersten 2017 in einem offiziellen FIA-Rennen zur Anwendung kamen. Dadurch werden die Rennen noch spannender und actiongeladener.

Inspiriert sind die Joker-Runden von der FIA Rallycross-Weltmeisterschaft. Dadurch werden die Überholmöglichkeiten auf einer Strecke, die sonst kaum welche bietet, drastisch erhöht. Jeder Fahrer ist gezwungen, eine Joker-Runde zu absolvieren. Allerdings darf er das nicht in den ersten beiden Runden nach dem Start, nach einem Safety-Car-Einsatz oder nach einer die ganze Strecke umfassenden Gelbphase.

Die Joker-Lap führt rund um den Kreisverkehr, der nach einer schnellen Bergabpassage die letzte Kurve des 4,790 Kilometer langen Kurses bildet. Doch anstatt rechts dem normalen Streckenverlauf zu folgen, werden die Fahrer linksherum auf eine alternative und langsamere Route geschickt. Dadurch wird die Runde um 86 Meter erweitert. Durch die Joker-Runde können die Fahrer also viele Positionen verlieren, oder aber sogar das Rennen für sich entscheiden.

Für die Rennstrategie ist es also wichtig, den genauen Zeitpunkt für das Fahren der Joker-Runde abzupassen. Dadurch liegt auf den Fahrern aber noch mehr Druck, keiner Fehler zu machen, erklärt Tiago Monteiro.

„Das Timing und die Entscheidung zwischen dir und dem Team müssen perfekt abgestimmt sein. Wenn das gelingt, kannst du einen gewaltigen Vorteil daraus ziehen“, sagte Monteiro, der einen mit Goodyear-Reifen ausgerüsteten Honda Civic Type R TCR für das Team LIQUI MOLY Engstler fährt. „Wenn man die Runde fährt, ist man voller Adrenalin, weil man weiß, dass man es nicht vermasseln darf. Gleichzeitig kannst du aber auch nicht zu vorsichtig sein, weil du sonst zu viele Positionen verlierst, die du dann nicht wieder gutmachen kannst. In diesem Moment steht man als Fahrer wirklich unter Stress und Adrenalin.“

„Vor zwei Jahren war Yvan [Muller] wirklich nah an mir dran. Ich wusste damals, dass ich die Joker-Runde perfekt hinbekommen muss, um wieder vor ihm zu landen. Er war ziemlich schnell und wir war klar, wenn er einmal vorbei war, würde ich ihn nicht wieder überholen können. Mein Herz schlug mit mehr als 200 Schlagen, weil ich wusste, ich muss es einfach schaffen.“

Tiago Monteiro will sich bei der Entscheidung, wann er die Joker-Runde fahren wird, voll auf seinen Renningenieur verlassen: „Das Team hat einen besseren Überblick über das Geschehen. Ich könnte zwar selbst die Entscheidung treffen, aber sie wissen besser, welche Pace die anderen haben und wo sie sich auf der Strecke befinden. Vielleicht stecken sie im Verkehr fest, vielleicht haben sie freie Fahrt – das sind alles Dinge, die bei der Entscheidung mit reinspielen.“

ALS EINE LEGENDE GEBOREN WURDE: MONTEIROS COMEBACK-SIEG

Am 07. Juli 2019 wurde Tiago Monteiro nach einem emotionalen WTCR-Heimsieg in den Straßen von Vila Real zu einem portugiesischen Helden. Der 45-jährige, der weniger als eine Stunde von der Strecke entfernt lebt, erlitt bei einem Testunfall im September 2017 schwere Kopf- und Halsverletzungen. In diesem Jahr war er auf dem besten Weg, die FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Stattdessen wartete auf ihn eine langsame und mühsame Rehabilitation, um wieder in den Rennsport zurückkehren zu können.

Im dritten und finalen Rennen des Wochenendes in Vila Real übernahm er die Führung, als sein Honda-Teamkollege, Atilla Tassi, mit einem Zündkerzenproblem zu kämpfen hatte. Im Anschluss behielt er bis ins Ziel die Nerven und feierte seinen ersten Sieg seit Ungarn 2017.

„Dieses Rennen zu gewinnen war das Beste, was man sich als Fahrer in einer Weltmeisterschaft erhoffen konnte“, sagte Monteiro. „Zu gewinnen ist immer schön, aber in der Heimat, an einem Ort, an dem so mit offenen Armen empfangen wird, zu siegen, während man seiner größten Leidenschaft nachgeht, ist einfach unglaublich. Dieser Sieg war auf jeden Fall emotionaler als die anderen. Der Unfall und die anschließenden Schwierigkeiten und Ungewissheiten in der Reha haben mich sehr mitgenommen. Es war der erste Sieg danach und alle waren so glücklich, dass ich gewonnen habe. Das bedeutet mir immer noch sehr viel.“

Dabei deutete vor drei Jahren in Vila Real zunächst nichts darauf hin, dass Monteiro nach seinem Unfall zu seiner alten Form zurückgefunden hatte. Im Qualifying für das erste Rennen landete er nur auf Platz 14. Doch über Nacht fanden er und sein Teamkollege, Attila Tassi, zurück in die Spur. Tassi sicherte sich damals die Pole für das dritte Rennen und Tiago Monteiro wurde Zweiter.

„Wir dachten damals schon, es wäre eine harte Saison, aber um ehrlich zu sein, ist dieses Jahr wahrscheinlich noch schwieriger“, sagte Monteiro. „Manchmal hat man eine bessere Saison und manchmal eine schlechtere. In diesem Jahr sind wir bis jetzt noch nicht konkurrenzfähig gewesen, obwohl das Team einen tollen Job macht und sehr hart arbeitet. Auf dem Papier steht es also schlecht für ein gutes Ergebnis in Vila Real. Dennoch, der Honda Civic ist auf Stadtkursen sehr stark und sehr effizient. Ich hoffe, wir können die Dinge, die uns in diesem Jahr Schwierigkeiten bereiten, endlich hinter uns lassen.“

DER WTCR WIRD IN VILA REAL 100 RENNEN ALT

Das zweite Rennen in Vila Real wird das 100. des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR) sein. Die Serie feierte im April 2018 auf den Straßen von Marrakesch in Marokko ihr Debüt. Alle Fahrer werden in Vila Real zusammenkommen, um diesen Meilenstein gebührend zu feiern. Vor dem Rennwochenende wird außerdem ein umfassendes Informationspaket an die Medien herausgegeben, in dem alle Sieger und die wichtigsten Zahlen aufgeführt sind.

NEUE GESICHTER UND ROUTINIERS TREFFEN IN VILA REAL AUFEINANDER

Seit 2018 haben auf den Straßen von Vila Real Mikel Azcona Mikel Azcona, Thed Björk, Norbert Michelisz, Tiago Monteiro und Yvan Muller haben gewonnen. Norbert Michelisz und Tiago Monteiro gelang dieses Kunststück schon zu Zeiten der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Von den 17 Fahrer, die in diesem Jahr in Portugal an den Start gehen, haben nur Gilles Magnus und Santiago Urrutia keine Erfahrung auf dieser anspruchsvollen Strecke.

HUFF BAUT WTCR-TROPHY-VORSPRUNG AUS

Nachdem beim Rennwochenende in Spanien in beiden Rennen der erfolgreichste WTCR-Trophy-Fahrer gewesen ist, kommt Rob Huff aus dem Team Zengő Motorsport mit einem gewaltigen Vorsprung in der WTCR-Trophy-Meisterschaft nach Portugal. Diese Meisterschaft wurde 2020 für alle unabhängigen Rennfahrer, die ohne die finanzielle Unterstützung eines Herstellers auskommen müssen, eingeführt. Diesen Titel konnten sich bisher Jean-Karl Vernay und Gilles Magnus sichern. In Frankreich war Mehdi Bennani im ersten Rennen und Rob Huff im zweiten Rennen die erfolgreichsten Trophy-Fahrer. Auf dem Hungaroring und im Motorland Aragon beendete Rob Huff alle Rennen als bestplatziertester Trophy-Fahrer. Bennani und Huffs Teamkollege, Dániel Nagy, schafften es in Ungarn jeweils einmal unter die Top 3 der Trophy-Fahrer. Tom Coronel hingegen musste beide Rennen vorzeitig aufgeben.

DER WTCR IN KÜRZE

Der WTCR, der in mehr als 185 Ländern übertragen wird, ist die Königsklasse des Tourenwagensports und steht an der Spitze der TCR-Kategorie. Der WTCR ist aus der WTCC hervorgegangen und wird von der FIA verwaltet und von Discovery Sports Events promotet.

Fünf Automarken – Audi, CUPRA, Honda, Hyundai und Lynk & Co – sind durch ihre Kundensportabteilungen vertreten. Gemeldet sind acht Teams, die allesamt Goodyear-Reifen und den nachhaltigen Kraftstoff des deutschen Unternehmens P1 Racing Fuels verwenden.

Neben den begehrten FIA-Weltmeistertiteln für Fahrer und Teams nehmen auch Privatfahrer, die nicht von einem Hersteller finanziell unterstützt werden, teil. Für sie wurde die WTCR-Trophy ausgeschrieben. Eine Balance of Performance (BoP) trägt dazu bei, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Die Motorleistung ist auf 360 PS begrenzt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 260 km/h.

Die Kennzeichnung Goodyear #FollowTheLeader zeichnet den Fahrer aus, der nach jedem Qualifying oder Rennen an der Spitze des Klassements steht. Der jeweilige Fahrer trägt die Goodyear #FollowTheLeader-Jacke und den gelben Goodyear #FollowTheLeader-Streifen an der Windschutzscheibe seines Autos, bis er nicht mehr an der Spitze der Punktewertung steht.

ALLE WICHTIGEN INFOS ZUM RENNWOCHENENDE IN PORTUGAL

Rennen: Neun und zehn von 20

Datum: 01. bis 03. Juli

Austragungsort: Internationale Rennstrecke von Vila Real

Ort: Av. Carvalho Araújo 7, 5000-651 Vila Real

Länge: 4,790 Kilometer

Renndistanz Rennen 1: 30 Minuten + 1 Runde

Renndistanz Rennen 2: 25 Minuten + 1 Runde

WTCR-Rundenrekord (Qualifying):

Attila Tassi (Honda Civic Type R TCR) 1:59.445 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit 144.30 km/h, aufgestellt am 07.07.2019

WTCR-Rundenrekord (Rennen):

Mikel Azcona (CUPRA TCR) 2:02.360 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit 140,9 km/h, aufgestellt am 07.07.2019

In 100 Worten: Auf den anspruchsvollen Bergstraßen von Vila Real werden seit 1931 Rennen ausgetragen. Damals fuhren Gaspar Sameiro und Ercilio Barbosa in einem Ford Model A auf dem 7,150 Kilometer langen Kurs. Aufgrund von Sicherheitsbedenken und finanziellen Unsicherheiten wurde die Rennen in Vila Real nur sehr unregelmäßig ausgetragen. Erst mit der Ankunft der WTCR im Jahr 2015 kam die nötige Stabilität und die erste Weltmeisterschaft nach Vila Real. Das heute 4,790 Kilometer lange Layout besteht aus einer Mischung aus schnellen Kurven sowie Berg- und Talfahrten. Obwohl aus Sicherheitsgründen einige Schikanen eingebaut wurden, bleibt das Spektakel mit Geschwindigkeiten von über 200 km/h auf dem letzten Bergabstück unverändert.

DER ZEITPLAN FÜR DAS WTCR-WOCHENENDE IN PORTUGAL

Samstag, 2. Juli

09:00-09:45 Uhr: 1. Freies Training (Live auf Facebook, YouTube, Eurosport Player)

12:00-12:45 Uhr: 2. Freies Training 2 (Live auf Facebook, YouTube, Eurosport Player)

17:05-17:35 Uhr: Qualifying Q1 (Live auf Eurosport Player und anderen Sendern weltweit)

17:40-17:55 Uhr: Qualifying Q2 (Live im Eurosport Player und bei anderen Sendern weltweit)

18:05-18:20 Uhr: Qualifying Q3 (Live im Eurosport Player und bei anderen Sendern weltweit)

Sonntag, 3. Juli

13:10 Uhr: Start Rennen 1 (30 Minuten+1 Runde) (Live im Eurosport Player und bei anderen Sendern weltweit)

Gegen 14:00 Uhr:  Podiumsfeier Rennen 1

17:15 Uhr: Start Rennen 2 (25 Minuten + 1 Runde) (Live im Eurosport Player und bei anderen Sendern weltweit)

Gegen 18:00 Uhr: Podiumsfeier Rennen 2

DIE BISHERIGEN SIEGER IN PORTUGAL

Sieger des Rennwochenendes in Portugal 2021 (Circuito do Estoril):

Rennen 1: Yann Ehrlacher (FRA) Cyan Racing Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR

Rennen 2: Attila Tassi (HUN) ALL-INKL.DE Münnich Motorsport, Honda Civic Type R TCR

Sieger des Rennwochenendes in Portugal 2019 (Circuito Internacional de Vila Real):

Rennen 1: Norbert Michelisz (HUN), Hyundai i30 N TCR

Rennen 2: Mikel Azcona (ESP) CUPRA TCR

Rennen 3: Tiago Monteiro (PRT) Honda Civic Type R TCR

Sieger des Rennwochenendes in Portugal 2018 (Circuito Internacional de Vila Real):

Rennen 1: Yvan Muller (FRA) Hyundai i30 N TCR

Rennen 2: Mato Homola (SVK) Peugeot 308 TCR

Rennen 3: Thed Björk (SWE) Hyundai i30 N TCR

WTCR-STARTERLISTE 2022

#5 Norbert Michelisz (HUN) BRC Hyundai N Squadra Corse, Hyundai Elantra N TCR
#9 Attila Tasi (HUN) LIQUI MOLY Team Engstler, Honda Civic Type R TCR
#11 Thed Björk (SWE) Cyan Performance Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR
#12. Santiago Urrutia (URY) Cyan Performance Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR
#16. Gilles Magnus (BEL) Comtoyou Team Audi Sport, Audi RS 3 LMS
#17 Nathanaël Berthon (FRA) Comtoyou DHL Team Audi Sport, Audi RS 3 LMS
#18. Tiago Monteiro (PRT) LIQUI MOLY Team Engstler, Honda Civic Type R TCR
#25 Mehdi Bennani (MAR) Comtoyou Team Audi Sport, Audi RS 3 LMS
#29. Néstor Girolami (ARG) ALL-INKL.COM Münnich Motorsport, Honda Civic Type R TCR
#33. Tom Coronel (NLD) Comtoyou DHL Team Audi Sport, Audi RS 3 LMS
#55 Ma Qing Hua (CHN) Cyan Racing Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR
#68 Yann Ehrlacherr (FRA) Cyan Performance Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR
#79 Rob Huff (GBR) Zengő Motorsport, CUPRA Leon Competición
#86 Esteban Guerrieri (ARG) ALL-INKL.COM Münnich Motorsport, Honda Civic Type R TCR
#96 Mikel Azcona (ESP) BRC Hyundai N Squadra Corse, Hyundai Elantra N TCR
#99 Dániel Nagy (HUN) Zengő Motorsport, CUPRA Leon Competición
#100 Yvan Muller (FRA) Cyan Racing Lynk & Co, Lynk & Co 03 TCR

Das Starterfeld besteht aus 16 Rennsiegern und 11 Nationalitäten. Damit wird die große Anziehungskraft des WTCR unterstrichen.

WTCR-RENNFORMAT

Gleiches Qualifikationsformat, aber geänderte Punktevergabe
Das dreistufige Qualifying-Format (Q1, Q2, Q3) bleibt unverändert, aber die Art und Weise, wie die Punkte vergeben werden, ist für 2022 völlig neu.

Ab diesem Jahr werden die schnellsten fünf Fahrer im Qualifying mit Punkten belohnt. Und zwar auf einer Skala von 10-8-6-4-2 – unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt sie ihre beste Runde gefahren haben oder ob sie in Q3 weitergekommen sind oder nicht.

Diese Änderung soll die Fahrer dazu ermutigen, in jeder Phase des Qualifyings schnelle Rundenzeiten zu fahren und der Versuchung zu entgehen, strategisch vorzugehen und zu versuchen, sich in Q2 den 10. Platz zu sichern, der mit der Pole-Position für das Rennen mit teils umgekehrter Startaufstellung verbunden ist.

Rennen 1 ist das Hauptrennen, Rennen 2 das mit teils umgekehrter Startaufstellung
Vor dem Rennen mit teilweise umgekehrter Startaufstellung gehen die Fahrer in Rennen 1 entsprechend den kombinierten Ergebnissen des Qualifyings an den Start. Sie fahren 30 Minuten plus eine Runde (35 Minuten plus eine Runde auf Stadtkursen, wenn das Safety-Car eingesetzt wird). Die sieben Erstplatzierten erhalten mehr Punkte als früher, wobei die Fahrer wie folgt gewertet werden:

Platz 1 = 30 Punkte; Platz 2 = 23; Platz 3 = 19; Platz 4 = 16; Platz 5 = 14; Platz 6 = 12; Platz 7 = 10; Platz 8 = 8; Platz 9 = 7; Platz 10 = 6; Platz 11 = 5; Platz 12 = 4; Platz 13 = 3; Platz 14 = 2; Platz 15 = 1

Rennen 2 wird zum Rennen mit teilweise umgekehrter Startaufstellung, bei dem die Fans 25 Minuten plus eine Runde lang unterhalten werden (30 Minuten plus eine Runde, wenn auf einem Stadtkurs ein Safety-Car-Einsatz erfolgt). Die Punkte werden wie folgt vergeben:

Platz 1 = 25 Punkte; Platz 2 = 20; Platz 3 = 16; Platz 4 = 13; Platz 5 = 11; Platz 6 = 10; Platz 7 = 9; Platz 8 = 8; Platz 9 = 7; Platz 10 = 6; Platz 11 = 5; Platz 12 = 4; Platz 13 = 3; Platz 14 = 2; Platz 15 = 1

Wie die Startaufstellung gebildet wird
Die Startaufstellung für Rennen 1 wird durch die Endergebnisse von Q3 (Positionen 1-5) und Q2 (Positionen 6-12) für die ersten 12 Startplätze bestimmt. Die Ergebnisse von Q1 bestimmen die restliche Startaufstellung für Rennen 1.

Für Rennen 2 werden die Startplätze 1-10 von den ersten 10 Fahrzeugen gemäß den endgültigen kombinierten Qualifying-Ergebnissen belegt, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Die Plätze 11 und 12 werden von den Fahrzeugen aus Q2 belegt, die nicht in umgekehrter Reihenfolge starten. Der Rest der Startaufstellung wird durch die Ergebnisse von Q1 ab den Positionen 13 abwärts bestimmt.
Die Renndauer wird erhöht und in Minuten, nicht in Kilometern gemessen

Rennen 1 dauert 30 Minuten plus eine Runde, Rennen 2 dauert 25 Minuten plus eine Runde. Bei Stadtrennen wird Rennen 1 im Falle eines Safety-Car-Einsatzes automatisch auf 35 Minuten plus eine Runde und das Rennen 2 auf 30 Minuten plus eine Runde verlängert. Ziel ist es, die Dauer jedes Rennens um zwei Runden zu verlängern, um den Teilnehmern mehr nutzbare Streckenzeit zu geben.

Reparaturzeit verlängert
Die Möglichkeit, zwischen den Rennen zu tanken, zu reparieren und das Set-up zu ändern, wurde von ehemals 20 auf mindestens 60 Minuten verlängert. Dadurch haben die Teams die Gelegenheit, Schäden aus Rennen 1 auf weniger intensive Weise zu reparieren oder eine neue Abstimmung zu wählen, die die Leistung des Autos für Rennen 2 verbessern und die Siegchancen erhöhen könnte.

Mit mehr Zeit, um die Autos für das zweite Rennen des Wochenendes vorzubereiten, sind die Fahrer eher geneigt, in Rennen 1 härter zu pushen, wobei ein besseres Rennen das eigentliche Ziel ist.

Kompensationsregeln überarbeitet
Die Regeln für das Ausgleichsgewicht wurden für 2022 überarbeitet und vereinfacht. Alle Autos werden bei der ersten Veranstaltung der Saison null Kilogramm Ausgleichsgewicht tragen. Bei der zweiten Veranstaltung wird das Ausgleichsgewicht für jedes Modell auf der Grundlage der besten Qualifikationszeit der vorangegangenen Veranstaltung festgelegt.

Ab der dritten Veranstaltung basiert das Ausgleichsgewicht auf der besten Qualifikationszeit, die bei einer der beiden vorangegangenen Veranstaltungen erzielt wurde, und nicht mehr auf dem Durchschnitt der besten zwei Rundenzeiten aus drei Veranstaltungen, wie es 2021 der Fall war. Das bedeutet, dass das Ausgleichsgewicht schneller aktualisiert werden kann und somit reaktionsschneller ist.

Außerdem wurde das maximale Ausgleichsgewicht von 60 auf 40 Kilogramm reduziert, um signifikante Leistungsunterschiede von Rennen zu Rennen zu vermeiden und so die Leistungsniveaus der einzelnen Marken noch näher zusammenzubringen. Die gleichen Prinzipien für das Ausgleichsgewicht gelten auch für die einzelnen Rennen.

WTCR FAST TALK: DAS SAGEN DIE FAHRER ÜBER DEN CIRCUITO INTERNACIONAL DE VILA REAL

Thed Björk (Cyan Performance Lynk & Co / Lynk & Co 03 TCR): „Es ist ein Stadtkurs, den man auch als Baby-Macau bezeichnen könnte. Die Menschen dort erzeugen eine fantastische Atmosphäre, die auch uns Fahrer berührt. Auf dieser Strecke hat man keine Sekunde zum Entspannen. Es ist immer sehr heiß und die Randsteine sind wirklich sehr brutal. Dadurch ist man gezwungen, das Auto jederzeit genaustens zu platzieren. An manchen Stellen sind die Geschwindigkeiten ziemlich hoch, was knifflig und herausfordernd, aber gleichzeitig auch sehr belohnend ist. Es ist ein tolles Gefühl, hier eine saubere Runde hinzubekommen. Allerdings hatte ich dort 2018 einen der schwersten Unfälle meiner Tourenwagen-Geschichte. Mein Auto fing Feuer und die anderen Fahrzeuge waren überall um mich herum. Das Team arbeitete damals die gesamte Nacht über bis zum Qualifying am nächsten Tag, um das Auto wieder zu reparieren. Danach bin ich auf Pole gefahren und habe das Rennen gewonnen. Das war wirklich unglaublich. Wenn ich jetzt an diese Quali-Runde zurückdenke, möchte ich sie sofort wiederholen.“

Tom Coronel (Comtoyou DHL Team Audi Sport / Audi RS 3 LMS): „Auf Stadtkursen bin ich in der Regel immer stark. Ich habe in Marrakesch, in Macau, in Monao und natürlich in Vila Real gewonnen. Ich finde die Strecke aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sehr schön. Aber es ist ein Kurs und man kann niemals eine Runde wie die vorherige fahren. Ich habe ein gutes Gefühl für Vila Real, auch weil Coronel ein portugiesischer Name ist, was mir sicherlich hilft. Auf Stadtkursen werden die Rennen schon zu 80 Prozent im Qualifying entschieden, es sei denn, man macht einen Fehler. Aufgrund der Joker-Runde kann man über die Strategie sehr viele Positionen gut machen, oder aber man verliert viele Plätze und zerstört sich sein Rennen. Diese strategische Entscheidung ist ein Unikat in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft.“

Rob Huff (Zengő Motorsport / CUPRA Leon Competición): „Es ist ein besonderer Stadtkurs. Die meisten Stadtkurse bestehen nur aus Betonbarrieren. In Vila Real sind viele Kurven mit den Schikanen und kleinen Kreisverkehren offener. Das macht diese Kurve ein wenig leichter, weil es dadurch kein reiner Stadtkurs ist. Aber die lange Runde ist sehr lang und gibt viele sehr technische Passagen. Hier gibt es Hochgeschwindigkeitsabschnitte und diese riesigen Randsteine in kleinen Kreisverkehren. Das macht es schwierig, die passende Balance zu finden. Der Fahrer hat hier eine besonders wichtige Rolle, denn es hängt viel von dem Risiko ab, das man bereits ist einzugehen. Auc wenn ich hier noch nie gewonnen, sondern nur eine Polepositon eingefahren habe, halte ich es für eine wunderbare Strecke. Ich freue mich sehr darauf, dort wieder zu fahren. Wir haben hier einige gute Ergebnisse erzielt, aber nie das, was wir uns erhofft haben. Ich bin kein Fan dieser offenen F1-Strecken, mir gefallen die kleinen, kompakten Strecken, auf denen es echte Grenzen gibt lieber. Es ist ein Präzisionsrennen, weil dein Auto in der Leitplanke steckt, wenn du einen Fehler machst.“

Norbert Michelisz (BRC Hyundai N Squadra Corse / Hyundai Elantra N TCR): „Es ist eine der schwierigsten Strecken und für einen Stadtkurs sehr einzigartig. Einige Schikanen und Kurven sind unglaublich anspruchsvoll, und die Joker-Runde bringt auch noch mehr Würze rein. Und dann ist da noch die Hitze. Das alles macht dieses Rennwochenende zu einem, bei dem man sich so gut wie möglich auf die Rennen vorbereiten muss. Vila Real ist wahrscheinlich die Kombination aus der Nordschleife und aus Macau. Die Strecke zählt zu meinen Lieblings-Rennorten und ist was ganz Besonderes. Ich habe hier schon einige Erfolge feiern können. Ich liebe diese Strecke und ich liebe Portugal.“

Tiago Monteiro (LIQUI MOLY Team Engstler / Honda Civic Type R TCR): „Wir erinnern uns alle sehr gut an jeden Zentimeter der Strecke, aber das Wichtigste ist das Selbstvertrauen. Besonders auf einer Strecke wie dieser, auf der man sich so viel mehr anstrengen muss als auf anderen Strecken. Es geht einfach darum, wie schnell man in den Rhythmus kommt und wie das Feedback des Autos ist. Wenn das Auto gut und einfach zu fahren und gleichzeitig effizient ist, macht es einem das Leben leichter, aber wenn es ein bisschen knifflig wird, dauert es länger, bis man das Vertrauen findet. Ich kenne die Strecke zweifellos sehr gut, aber das gilt auch für meine Konkurrenten. Es kommt darauf an, wie schnell man in den Rhythmus kommt und wie lange es dauert, bis man richtig attackieren kann. Es ist eine sehr, sehr schwierige Strecke, und deshalb ist sie auch so spannend. Sie ist wahrscheinlich in gewisser Weise härter als Macau. Obwohl Macau länger und genauso aufregend ist, gibt es in Vila Real schwierigere Kurven mit harten Bremsenzonen und Schikanen und einigen sehr schnellen Bereichen. Die ganze Strecke ist eine Herausforderung, es gibt keinerlei Entspannung, und die lange Abfahrt in die letzte Kurve macht sie zu einer der härtesten Kurven der Welt. Man ist auch in einem anderen Geisteszustand. Es ist fast so, als wäre man gar nicht mehr richtig da, man schwebt in diesem wirklich seltsamen Gefühl. Du bist so fokussiert, wenn du mit dem Auto und der Strecke eins wirst, existiert nichts anderes mehr, und das passiert nicht an vielen Orten. Das einzige Problem ist, wenn man diese Verbindung nicht findet, dann hat man so viel zu kämpfen. Aber wenn man es schafft, diese Chemie aufzubauen, dann kann man sehr gut abschneiden.“

WUSSTET IHR SCHON?

*Rennen 2 in Vila Real wird das 100. Rennen des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR) sein, nachdem die Serie 2018 auf den Straßen von Marrakesch, Marokko, ihr erstes Rennen bestritt

*Seit dem letzten Besuch des WTCR in Vila Real im Juli 2019 gab es zahlreiche Regeländerungen.

*Norbert Michelisz (einmal) und Yann Ehrlacher (zweimal) haben in dieser Zeit die Fahrertitel geholt, während Esteban Guerrieri der erfolgreichste Fahrer des WTCR in Bezug auf Rennsiege ist: Der Honda-Pilot triumphierte zehn Mal für ALL-INKL.COM Münnich Motorsport.

*Es gibt jetzt ein dreistufiges Qualifying für zwei statt wie bisher drei Rennen. Rennen 1 ist das normale Grid-Rennen, Rennen 2 ist startet mit einem Reversed-Grid.

*Die Renndistanzen wurden für 2022 geändert: Rennen 1 dauert nun 30 Minuten + 1 Runde und Rennen 2 25 Minuten + 1 Runde.

*Die Punktevergabe wurde für diese Saison ebenfalls angepasst, wobei mehr Punkte im Qualifying und in Rennen 1 vergeben werden.

*Zwölf Fahrer gewannen mindestens ein WTCR-Rennen in einer unvorhersehbaren Saison 2021, wobei alle fünf Kundenrennmarken mehr als einmal gewannen.

*Elf Nationalitäten sind in dieser Saison bei den Fahrern vertreten, zwei weitere bei den Teams und zwei weitere bei den Herstellern. Das zeigt die globale Attraktivität des WTCR.

*Von den 17 Rennfahrern, die die ganze Saison über dabei sind, hat nur ein Fahrer, Dániel Nagy, noch kein WTCR-Rennen gewonnen, obwohl er einmal Zweiter wurde.

*Der Honda Civic Type R Limited Edition ist in der dritten Saison das offizielle Safety-Car des WTCR. Richard Veldwisch aus den Niederlanden ist als Fahrer beim Rennwochenende in Portugal im Einsatz.

DER MEISTERSCHAFTSSTAND

Die Fahrermeisterschaft des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR)

Der von Goodyear präsentierte #FollowTheLeader: Mikel Azcona, 129 Punkte

2. Gilles Magnus, 95 Punkte

3. Santiago Urrutia, 93 Punkte

4. Rob Huff, 93 Punkte

5. Yann Ehrlacher, 92 Punkte

Die Teammeisterschaft des FIA Tourenwagen-Weltcups (WTCR)

1. BRC Hyundai N Squadra Corse, 165 Punkte

2. Cyan Racing Lynk & Co, 155 Punkte

3. ALL-INKL.COM Münnich Motorsport, 150 Punkte

4. Cyan Performance Lynk & Co, 138

5. Comtoyou Team Audi Sport, 127

Der Meisterschaftsstand der WTCR-Trophy

1. Rob Huff, 63 Punkte

2. Mehdi Bennani, 32

3. Tom Coronel, 26

4. Dániel Nagy, 23

Klicken Sie HIER für die vollständigen Meisterschaftsstände.