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Rennvorschau: WTCR-Fahrer bereit für Super Suzuka online und real

2018-10-20T16:25:49+02:00Oktober 19th, 2018|2018, eSports, WTCR-Rennen von Japan 2018|

Suzuka wird in den kommenden Tagen das Epizentrum des Tourenwagen-Sports sein, denn auf der berühmten japanischen Strecke steigt ein einzigartiger Double-Header mit virtuellen und realen Rennen.

Am Sonntag, dem 21. Oktober, geht die fünfte Station der von OSCARO präsentierten eSports WTCR Multiplayer-Meisterschaft über die Bühne. Virtueller Ort des Geschehens ist die klassische 5,807 Kilometer lange Rennstrecke von Suzuka. Das Ganze dient als aufregender Aufgalopp zum JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan, der vorletzten Saisonstation 2018 im von OSCARO präsentierten FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR), die vom 26. bis 28. Oktober auf dem echten Suzuka Circuit über die Bühne gehen wird.

24 Rennen, 13 unterschiedliche Sieger und sechs siegreiche Marken aus Kundenprogrammen: Das sind die eindrucksvollen Zahlen der bisherigen WTCR-Saison 2018. Die eindrucksvollste Zahl aller ist aber 415. Denn am 26. Oktober wird es genau 415 Tage her sein, dass Tiago Monteiro infolge seines schweren Testunfalls in Barcelona seinen langen Kampf nach schweren Kopf- und Nackenverletzungen begann, um es zurück ins Rennauto zu schaffen. Dieser Kampf wird für den Portugiesen in Form des langersehnten Comebacks belohnt.

Monteiro: Keine Ziele, sondern nur Freude, zurück zu sein

Es gab Phasen, da sah es ziemlich düster aus„, gesteht Monteiro, um anzufügen: „Ich habe aber die Hoffnung auf diesen Tag nie aufgegeben. Das war es, was mich weiterkämpfen ließ, um wieder zurückzukommen. In diesem Jahr die Rennen zu besuchen und zu sehen, wie andere das machen, was ich selbst hätte tun sollen, war extrem schwierig. Deshalb glaube ich, dass Suzuka ziemlich emotional wird. Hinzu kommt, dass ich mein Comeback auf der Heimstrecke von Honda gebe, am selben Ort, wo ich 2012 meinen ersten WTCC-Start für Honda absolvierte. Das ist eine tolle Gelegenheit, mich für den Glauben und die Unterstützung, die ich während meiner Genesungsphase erfahren habe, zu bedanken.

Ich setze mir keine Ziele„, so Monteiro vor seinem ersten Renneinsatz seit August 2017, und weiter. „Ich will einfach nur Spaß haben und mein eigenes Tempo fahren, bevor ich 2019 auf Vollzeitbasis zurückkehren werde. Ich bedanke mich bei den Profis, die mir während meiner Genesung zur Seite standen, meiner Familie, meinen Freunden und meinen Unterstützern. Ihr alle wart in dieser schwierigen Zeit unglaublich.

Fast Friday erwartet die WTCR-Fahrer

Am Freitag, dem 26. Oktober, wird es beim JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan gleich im doppelten Sinne darum gehen, so schnell wie möglich zu fahren. Es stehen nämlich zwei statt nur einer Qualifying-Session ins Haus. Um 13:00 Uhr Ortszeit fahren die 25 WTCR-Piloten die Startplätze für Rennen 1 am Samstag aus. Um 15:30 Uhr folgt dann das dreigeteilte Qualifying für die DHL Pole-Position für Rennen 3 am Sonntag. Der Fahrer, der in diesem Qualifying auf P10 fährt, nimmt Rennen 2 dank umgekehrter Startaufstellung von der Pole-Position in Angriff.

Enger Titelkampf im WTCR geht weiter

Gabriele Tarquini kommt als aktueller WTCR-Tabellenführer nach Suzuka und damit auf die Strecke, auf der 1991 beim Grand Prix von Japan der Formel 1 den elften Platz belegte und im Jahr 2014 ein Rennen der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) gewann. Tarquinis Vorsprung auf die punktgleichen YMR-Teamkollegen Thed Björk (Suzuka-Neuling) und Yvan Muller beträgt allerdings nur sieben Punkte.

Die Top 10 der Fahrerwertung sind nach 24 Saisonrennen durch gerade mal 79 Punkte getrennt. Allein am Japan-Wochenende gibt es 87 Punkte zu holen. Anschließend steigt noch das Saisonfinale in Macao. Pepe Oriola (Cupra) führt vor dem JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan die Verfolgergruppe der von Hyundai gestellten Top 3 der Punktewertung an. Hinter dem Spanier folgen Jean-Karl Vernay (Audi), Esteban Guerrieri (Honda), Norbert Michelisz (Hyundai), Frédéric Vervisch (Audi), Yann Ehrlacher (Honda) und Rob Huff (Volkswagen).

Shedden reist mit dem Gefühl des Sieges an

Indes hat Gordon Shedden keine Pläne, es bei einem einzigen Sieg im WTCR zu belassen. Mit seinem Triumph in Rennen 3 beim WTCR-Rennen von China-Wuhan beendete der Schotte seine Durststrecke und wurde zudem erstmals zum TAG Heuer Most Valuable Driver. Daran will er in Suzuka anknüpfen. „Wuhan war für mich und das Team ein wunderbares Wochenende„, sagt Shedden, seines Zeichens dreimaliger Britischer Tourenwagen-Meister, und weiter: „Mein erster Podestplatz, meine erste Pole und mein erster Sieg. Danke an Audi Sport, Leopard, Lukoil und WRT. Hoffentlich war das nur der Beginn eines erfolgreichen Laufs bis zum Saisonende.

GT-Rennen in Suzuka ein Vorteil für Vervisch?

Frédéric Vervisch kommt mit Erfahrungsvorsprung nach Suzuka. Der Belgier war im August beim Rennen der Intercontinental GT Challenge auf der japanischen Strecke am Start und fuhr dabei gemeinsam mit Christopher Mies und Dries Vanthoor einen Audi RS 8 LMS vom Audi Sport Team WRT auf den vierten Platz. Ein Podestplatz wurde nur aufgrund eines Reifenschadens verpasst. Einige Fahrer im WTCR-Starterfeld kennen Suzuka aus ihrer WTCC-Zeit, für andere hingegen ist die Strecke Neuland.

Vervisch, der im Audi Sport Team Comtoyou einen Audi RS 3 LMS fährt, kann jedoch auf die jüngsten Erfahrungswerte zurückgreifen und blickt voraus: „Ich habe viel gelernt, aber es ist eine schwierige Strecke. Der Asphalt ist, sagen wir mal, sehr seltsam und ganz anders als das, was ich gewohnt bin. Gegen Ende der Rennen könnte sich das auf den Reifenverschleiß auswirken.“ Auf die Frage, was die Fans vom bevorstehenden Rennwochenende erwarten dürfen, entgegnet Vervisch: „Es ist eine schnelle Strecke mit zwei Stellen, an denen man gut überholen kann.

Warum Suzuka für Coronel eine zweite Heimat ist

Nicht alle WTCR-Fahrer können auf ein Heimrennen im Kalender verweisen, aber Tom Coronel hat gleich zwei. Der Niederländer lebte fünf Jahre lang in Japan und fuhr dort einige seiner größten Erfolge im Motorsport ein. So gewann er die Titel in der Japanischen Formel 3 und auch in der Formel Nippon. Das JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan in Suzuka ist somit neben dem WTCR-Rennen der Niederlande in Zandvoort das zweite Heimspiel für Coronel im Rennkalender 2018.

Japan markierte für mich den Wendepunkt in meiner Karriere. Ich kam aus Europa, wo ich kein Budget hatte, um weiterzufahren. Die Japaner hingegen haben mich sehr gut unterstützt„, erinnert sich Coronel, der für Boutsen Ginion Racing einen Honda Civic Type R TCR fährt. „Hinzu kommt, dass Suzuka von einem Niederländer, John Hugenholtz, entworfen wurde. Er ist auch für das Design der Strecke in Zandvoort in meinem Heimatland verantwortlich. Mister Honda war von Zandvoort mit den Bergauf- und Bergab-Passagen derart angetan, dass er Mister Hugenholtz bat, beim Entwurf von Suzuka das gleiche Prinzip anzuwenden. Es ist eine meiner persönlichen Lieblingsstrecken, denn die Kurvenkombinationen sind fantastisch. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich an diese Strecke komme„, so Coronel.

Packendes Rennwochenende steht bevor

Dank eines Reglements, das enge Zweikämpfe fördert, einer packenden Startaufstellung mit vier Weltmeistern, einer Reihe nationaler und internationaler Titelträger sowie einem Aufgebot an Nachwuchstalenten, Ex-Formel-1-Piloten und insgesamt sieben Marken im Kundeneinsatz, ist die Bühne für ein packendes JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan in Suzuka bereit. Im Rahmenprogramm steigt zudem das Saisonfinale der Super Formula.

Für die WTCR-Piloten geht es nicht nur um die Siege in den drei Rennen, sondern auch um die Ehre, wer zum TAG Heuer Most Valuable Driver wird, indem er die meisten Punkte über das gesamte Wochenende gesehen einfährt. Hinzu kommt die TAG Heuer Best Lap Trophy für den Fahrer mit der schnellsten Rennrunde. Rennen 1 wird neben den Live-Übertragungen im weltweiten TV auch in ausgewählten Regionen via Facebook und auf wtcr.oscaro.com live zu sehen sein.

Bánki im OSCARO WTCR eSports an der Spitze

An der Spitze der Gesamtwertung in der von OSCARO präsentierten eSports WTCR Multiplayer-Meisterschaft liegt Bence Bánki, obwohl er zuletzt im Juli beim virtuellen Rennen auf dem Slovakiaring am Start war. Florian Hasse hatte zwischenzeitlich die Gesamtführung übernommen, aber eine nachträgliche Strafe aufgrund eines Zwischenfalls mit Attila Dencs auf dem Slovakiaring hat den Volkswagen-Fahrer zurückgeworfen. Weil er im Qualifying in Suzuka nur auf P16 fuhr, steht Hasse vor einem schwierigen Rennen.

Ganz anders Bánki, der für OSCARO eSports by SDL einen Honda fährt. Der Slowake war im Suzuka-Qualifying der Schnellste vor Nikodem Wisniewski und Redoine Messaoud. Derweil ist Kevin Siggy Rebernak auf den zweiten Tabellenrang vorgerückt und der Slowene geht mit jeder Menge Zuversicht in das Japan-Event, da er erst kürzlich ein anderes Simracing-Event für sich entschieden hat: die Mercedes-AMG eRacing Competition. Rebernak fuhr im Suzuka-Qualifying zwar einen Audi RS 3 LMS, wird für das Rennen am Sonntagabend aber auf seinen gewohnten Hyundai i30 N TCR umsteigen.

Als Teil der Vorbereitungen auf das JVCKENWOOD WTCR-Rennen von Japan reihten sich auch einige der echten WTCR-Fahrer in die Zeitenliste des Qualifyings für das eSports Rennen ein. Mato Homola war dabei der Schnellste in Reihen der prominenten Gaststarter. Der Tscheche war in der virtuellen Umgebung fast eine Sekunde schneller als Yann Ehrlacher. Noch schneller war aber der ehemalige WTCC-Fahrer Ferenc Ficza, der anno 2016 für Zengö Motorsport fuhr. Ficza reihte sich inmitten einiger der schnellsten Simracer der Welt auf P34 ein.

Das eSports Rennen von Japan beginnt am Sonntag, den 21. Oktober, um 19:00 Uhr MESZ und wird von James Kirk und Robert Wiesenmüller kommentiert. Zu sehen ist die Action hier auf Facebook oder hier auf YouTube.