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WTCR-Erfolg sorgt für gute Verkaufszahlen von Romeo Ferraris Alfa Romeo

2019-01-23T12:00:39+01:00Januar 23rd, 2019|2019|

Das Team Mulsanne wird auch im Jahr 2019 im von OSCARO präsentierten FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) mit dem Alfa Romeo TCR an den Start gehen. Das Auto wurde vom norditalienischen Unternehmen von Romeo Ferraris entwickelt. Geschäftsführer Michela Cerruti spricht von einem Verkaufsboom seit dem Erfolg auf der Strecke im WTCR-OSCARO.

Anfängliche Probleme

Bis zum Rennen in der Slowakei in der Saison 2018 hatte der Alfa Romeo TCR von Romeo Ferraris Probleme, sich im WTCR zu behaupten. Hoffnung produzierte dann Fabrizio Giovanardi, der ein Top-5-Resultat einfuhr. Außerdem holte Newcomer Kevin Ceccon erste Punkte. In Japan brachen dann alle Dämme, als Ceccon im Giulietta TCR den den ersten WTCR-Sieg einfuhr. Außerdem stieg sofort der Absatz der TCR-Fahrzeuge des Unternehmens.

Mehr Kunden im Jahr 2019

Während in der Saison 2018 nur fünf Giulietta TCR im Einsatz waren, erwartet Cerruti, dass in der Saison 2019 15 Fahrzeuge des Unternehmens in Aktion zu sehen sein werden. Der alte Spruch „gewinne am Sonntag und verkaufe am Montag“ scheint doch noch eine Wirkung zu haben. „Das Rennen in der Slowakei war für uns der Durchbruch, weil die Leute verstanden haben, dass das Auto in der Lage ist, in die Top 10 zu fahren“, sagt Cerruti. „Dann gab es das Top-5-Resultat und den Sieg in Japan, das hat uns natürlich viele Aufträge verschafft. Dabei sind Menschen, die noch nicht ganz überzeugt waren und welche, die noch nie darüber nachgedacht hatten, einen Giulietta zu nehmen. Nach Suzuka haben sie das tolle Auto entdeckt und verstanden, dass es wettbewerbsfähig sein kann.

„In diesem Jahr haben wir in zehn Tagen fünf Autos verkauft. Dabei sind Kunden aus Australien, Japan und Dänemark. Wir haben Autos in China und zwei Autos in Amerika, die in der IMSA-Meisterschaft eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr wurden in den USA nur wenige Rennen gefahren, aber jetzt wollen sie mit zwei Autos Vollzeit in die Serie einsteigen. Die Autos werden also gesehen und wir haben Fahrzeuge an strategisch wichtigen Orten. Ich habe daran gearbeitet, Kunden auf der ganzen Welt zu finden. Andere Ländern sind ebenfalls interessiert. die TCR-Plattform ist wirklich groß.“

Erfolg führt zu viel Arbeit für das kleine Team

Der Erfolg kommt aber auch mit einigen Hürden, wie Cerruti schnell feststellen musste. „Wir bauen Autos und setzen sie gleichzeitig auch ein. Wir müssen uns außerdem um die Kunden auf der ganzen Welt kümmern“, so der Geschäftsführer. „Seitdem die Autos seit Mitte 2018 wettbewerbsfähig sind, hat sich das Interesse massiv erhöht. Wir sind aber keine 100 Leute hier. Wir sind vielleicht 16 Leute, wovon zehn die ganze Zeit arbeiten. Wir arbeiten 365 Tage im Jahr an unserer Kapazitätsgrenze.“

David gegen Goliath

Ein kleines Unternehmen zu sein, hat auch seine Vorteile. Cerruti sagt: „Potenzielle Kunden mögen, dass wir ein kleines Team sind und es mit Leidenschaft angehen. Am Anfang fehlten uns die Resultate. Wir hatten weniger Autos auf der Strecke und damit weniger Chancen auf gute Ergebnisse. In der ersten Hälfte der Saison 2018 war es hart. Wir mussten zeigen, dass das Auto im WTCR schnell ist. In der TCR Italien schnell zu sein, war nicht genug, um Autos zu verkaufen, weil die Leute von uns erwartet haben, in Italien schnell zu sein.“

„Im WTCR zu gewinnen, war wie der Kampf einer Ameise gegen einen Riesen. Wenn man uns konstant in den Top 10 sieht, ist das genauso viel Wert wie zehn Siege in Italien. Der WTCR bewegt sich auf einem anderen Level. Das ist der Referenzpunkt dafür, ob ein Auto was drauf hat oder nicht.“

Fokus auf zwei Autos im WTCR

Die Nachfrage nach Autos hindert das Team daran, im WTCR-OSCARO weiter zu wachsen. Cerruti erklärt: „Wir wollten im WTCR mit vier Autos an den Start gehen. Wenn wir die Autos parat hätten, hätten wir den Schritt auch gemacht. Ich war mir sicher, dass wir die Autos übrig haben werden, aber sie wurden an die Kunden verkauft. Auf der einen Seite bin ich glücklich, aber auf der anderen Seite bin ich etwas enttäuscht, weil wir als Team wachsen wollten, um mehr Chancen auf Punkte und Siege zu haben. Wir müssen die richtige Balance zwischen dem Verkauf und dem Einsatz der Autos finden.“

Kunden haben höchste Priorität

Die zweite Saison des WTCR-OSCARO rückt immer näher und Romeo Ferraris hat seine Prioritäten schon gesetzt, meint Cerruti.

„Zwei verschiedene Prioritäten rangieren auf demselben Level“, sagt er. „Auf der einen Seite geht es darum, mit dem Alfa zu siegen und gute Ergebnisse im WTCR einzufahren, denn das ist die Serie, in der wir das größte Feedback und die meiste Presse bekommen. Es ist das TCR-Feld mit dem höchsten Niveau auf der Welt. Wenn wir da wettbewerbsfähig sind, motiviert das unsere Kunden auf der ganzen Welt, weil sie sehen, dass sie ein Siegerauto haben. Wenn wir nicht gewinnen, fühlen sie das.“

„Auf der anderen Seite müssen wir uns um unsere Kunden kümmern. Das ist manchmal nicht einfach, weil sie auf der anderen Seite der Welt sind. Wir haben Onlinesysteme und -strategien entwickelt, um für sie immer verfügbar zu sein, auch wenn wir an einem anderen Ort sind. Wir haben gute Beziehungen aufgebaut und kommunizieren auf einem hohen Level. Wir bestreiten alle gemeinsam die Rennen – zu jeder Zeit!“

Bereit für den nächsten Schritt

Auf die Frage, wie Ferraris im WTCR-OSCARO gewinnen will, antwortet Cerruti, dass es Änderungen am Giulietta TCR geben wird. „Es wird etwas Neues geben“, sagt er, ohne zu viel zu verraten. „Wir haben aus der vergangenen Saison gelernt. Wir haben die Saison 2017 mit einem Sieg in der TCR International beendet, waren dann im WTCR aber nicht schnell genug. Wir haben uns davon im Laufe der Saison erholt. Wir denken, dass das Level weiter steigen wird, weil sich alle verbessern werden. Wir wollen nicht unvorbereitet sein wie im vergangenen Jahr. Wir müssen einen weiteren Schritt machen. Im Jahr 2018 hatten wir keine Erfahrung mit Yokohama. Diesmal haben wir sie, aber wir werden nicht sagen, dass wir das erste Rennen gewinnen werden. Ich bleibe realistisch, denn ich weiß, wie groß die Wettbewerbsdichte zwischen den Fahrern ist.“