Zweites WTCR-Rennen: Vernay sorgt zusammen mit Engstler für Hyundai-Doppelsieg

2021-06-09T16:06:05+02:00Juni 5th, 2021|2021, WTCR Race of Germany 2021|

Jean-Karl Vernay bescherte dem brandneuen Hyundai Elantra N TCR im zweiten Deutschland-Rennen den ersten WTCR-Sieg. Er kam vor Luca Engstler ins Ziel, der für einen denkwürdigen Engstler-Doppelsieg auf der Nürburgring-Nordschleife sorgte.

Vernay und Engstler führten das 22 Fahrzeuge umfassende Feld während des gesamten Drei-Runden-Rennens an, nachdem es in den ersten beiden Kurven hektisch zugegangen war.

Für den drittschnellsten Qualifikanten Esteban Guerrieri gab es vor dem Start Frustration, als sein Honda in der Aufwärmrunde nicht ansprang und er aus der Startaufstellung fiel, nachdem das Feld zum Start aus der Boxengasse losgefahren war. Er hinterließ eine große Lücke in der zweiten Startreihe.

Vernay konnte den von der Pole-Position gestarteten Girolami in Kurve 1 überholen. Der Argentinier verteidigte sich hart gegen Engstler, konnte aber nicht verhindern, dass der Hyundai auf Platz zwei vorrückte. Dahinter wurde Santiago Urrutia von Gabriele Tarquini am Heck getroffen, wodurch die hintere Karosserie des Lynk & Co beschädigt wurde. In Kurve 2 herrschte dann Chaos: Norbert Michelisz und Mikel Azcona berührten sich, der Ungar wurde von Rob Huff getroffen, der seinerseits vom Hyundai von Andreas Bäckman erwischt wurde. Azconas Cupra blieb liegen. Bäckman konnte nicht mehr ausweichen und stieß mit dem Spanier zusammen. Alle vier Fahrer waren aus dem Rennen, ebenso wie Tarquini.

Vernay führte am Ende der ersten Runde vor Engstler, Girolami, Urrutia, Attila Tassi, Yvan Muller und Nathanael Berthon, während Frederic Vervisch einen großen Moment im Gras hatte. Pech hatte auch sein Audi-Kollege Tom Coronel, der nach einem Ausflug ins Kiesbett in Runde zwei zurückfiel.

Tassi ging in der zweiten Runde an Urrutia vorbei und übernahm den vierten Platz, während Engstler seinen Teamkollegen und Spitzenreiter Vernay bis in die dritte und letzte Runde verfolgte. Auf der Döttinger Höhe zog Engstler ein letztes Mal an Vernay heran und schien kurz davor zu sein, ihn zu überholen. Er musste sich dann aber zurückfallenlassen und dem Franzosen pflichtbewusst über die Ziellinie folgen – obwohl ein emotionaler Funkspruch nach dem Passieren der Zielflagge die Enttäuschung des jungen Deutschen über die Entscheidung des Teams zeigte, dass die beiden ihre Positionen halten sollten.

“An einigen Stellen hatte ich Glück, dass mein Teamkollege bei mir war, so dass wir zusammenarbeiten konnten”, sagt ein zufriedener Vernay. “Er hat ein fantastisches Potenzial. Ich hatte ein kleines Problem mit den Bremsen, aber es ist ein perfekter Abschluss des Wochenendes und ein fantastischer Start in die Saison. Ich konzentriere mich jetzt nur noch auf die Meisterschaft.”

Engstler setzte ein tapferes Gesicht auf, um seine offensichtliche Enttäuschung zu verschleiern. “Ich bin sehr glücklich, es ist mein erstes WTCR-Podium und ich habe so hart dafür gearbeitet”, sagt er. “Rennen zu fahren, ist nicht immer einfach und ich muss mich jetzt ein bisschen beruhigen.”

Hinter den Hyundais hielt sich der Pole-Sitter Girolami auf dem dritten Platz, nachdem er sich am Start gegen Engstler gewehrt hatte. “Leider haben sie heute ihre Pace gezeigt, die sie im Qualifying nicht hatten”, sagt der ALL-INKL.COM-Münnich-Motorsport-Honda-Pilot. “Ich konnte ihnen nicht folgen, sie waren zu schnell. Es war enttäuschend.”

Tassi wurde vor Urrutia und Berthon im ersten der beiden Audis in seinem Honda Vierter. Muller wurde Siebter vor Rennsieger Tiago Monteiro. Gilles Magnus (Audi) und WTCR-Champion Yann Erhlacher (Lynk & Co.) rundeten die Top 10 ab.

Tom Coronel beendete das Rennen dort, wo er gestartet war, auf Platz elf, trotz seines Moments im Kiesbett. Guerrieri punktete auf Platz zwölf, trotz seiner Probleme beim Start und einer Strafe für ein Teammitglied, das am Auto gearbeitet hatte, als das Feld in der Aufwärmrunde davonzog. Bence Boldizs holte in seinem CUPRA Leon Competiciin auf Rang 13 die ersten Punkte für die Zengo Motorsport Drivers’ Academy. Die letzte Fahrerin in den Punkten war WTCR-Debütantin Jessica Bäckman in ihrem Hyundai Elantra N TCR von Target Competition. Sie ist die erste Rennfahrerin in der Serie. die in die Punkte gefahren ist.